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Lauftreff-Hannover.de in Berlin
- Bericht von Jens Tielemann -

Sven Tobias Oliver Ilona Kathrin Sascha Jens Tanja Andrea Annette

Streckenverlauf
Streckenverlauf "Berlin-Marathon 2005"


1. Tag: 24.09.05 Samstag (Hannover - Berlin)

Wetter: ca. 25 Grad (Sonne)

Obwohl wir es nach dem Stockholm-Marathon deutlich ruhiger angehen lassen wollten (wir sind ja schließlich ein Lauftreff und kein "Marathon-Klub"), konnten wir der Verlockung "Berlin-Marathon 2005" nicht widerstehen.

So machten wir uns am Samstag um 10:30 Uhr, "bewaffnet" mit Nudelsalat, Kuchen, Getränken etc., von Hannover auf den Weg nach Berlin. Wir hatten im Vorfeld bereits zwei 4-Bett-Zimmer im Amstelhouse in Moabit gebucht. Dieses Hostel liegt relativ zentral nur wenige Kilometer vom Start des Marathons entfernt und ist unschlagbar preiswert (und sauber!).

Nach der Ankunft in Berlin bezogen wir zunächst unsere Zimmer und machten uns dann mit der U-Bahn auf den Weg zum "Messedamm", um unsere Start-Unterlagen zu organisieren. Das hat wirklich sehr gut und schnell funktioniert (Lob an den Veranstalter). Nach einem kurzen Besuch auf der gigantischen "Lauf-Messe" machten wir uns auch wieder auf den Rückweg in Richtung Hostel.

An der U-Bahn-Station trafen wir dann Steffi, eine nette Berlinerin, die uns in nur 5 Min. ;-) zu Ihrem Lieblings-Italiener führte. Halb verhungert und müde konnten wir dort gegen 19:00 Uhr endlich die vor dem Marathon so dringend notwendigen Kohlehydrate in uns hineinstopfen.

Nach dem Essen trafen wir gegen 22:00 Uhr wieder im Hostel ein und gingen dann auch bald schlafen.

2. Tag: 25.09.05 Sonntag (Berlin - Hannover)

Wetter: ca. 27 Grad (Sonne)

Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker. Beim gemeinsamen Frühstück auf dem Gang meldete sich dann leider Alex krank (starke Erkältung). Schade - nach dem ganzen Training - aber auf jeden Fall vernünftig...

Der Fußweg vom Hostel zum Startpunkt (zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule) dauerte dann doch ca. 45 Minuten. Nach der Abgabe der Kleiderbeutel begaben wir uns im großem Gedränge gegen 08:30 Uhr in unseren Startblock. Während Sven, Tobias, Oliver, Ilona und Kathrin durch die Angabe einer entsprechenden Ziel-Zeit weit vorne starten konnten, mußten wir anderen (Ziel-Zeit-Angabe: 04:30 Std.) im letzten Block (O-Ton Ansager: "In diesem Block starten ambitionslose LäuferInnen, denen die Zeit egal ist...") zusammen mit den Power-Walkern starten. Weshalb (eben doch) durchaus ambitionierte LäuferInnen mit Power-Walkern (Zielzeit: 07:00 Std.) zusammen starten müssen, bleibt das Geheimnis des Veranstalters. Immerhin sang uns noch der Komiker Hans-Werner Olm (mit Gitarre) im Startblock ein Lied.

Die ersten Kilometer bestanden dann auch für die meisten von uns aus ätzendem Slalom-Gelaufe und ständigen Tempowechseln auf teilweise engen Straßen. Bei km 10 waren dann endlich die meisten Walker überholt. Das kostete unendlich viel Kraft bei der Wärme, was sich ab km 30 auch mehr oder weniger stark bemerkbar machen sollte. Die LäuferInnen, die weiter vorne starten konnten, hatten es da etwas besser...

Unterwegs auf der Marathon-Strecke
Unterwegs auf der Marathon-Strecke

Die Strecke: ist besser als jede Stadtführung. Nahezu jede Sehenswürdigkeit wird "abgelaufen". Vorbei an der Siegessäule geht es zum Bundeskanzleramt und Reichstag. Bei km 11 passiert man den Fernsehturm und wenig später das Berliner Rathaus. Nach dem imposanten Schöneberger Rathaus läuft man bei km 28 zum "Wilden Eber" (sehr noble Wohngegend). Weiter geht es über den Kurfürstendamm, an der Gedächtniskirche vorbei in Richtung Potsdamer Platz. Auf den letzten drei Kilometern heißen die Stationen: Gendarmenmarkt, Berliner Dom, Unter den Linden und Brandenburger Tor. Toll!

Zieleinlauf am Brandenburger Tor
Zieleinlauf am Brandenburger Tor

Die Versorgung: war, bis auf den Zielbereich (s. u.) gut. Alle 2,5 km gab es entweder einen Erfrischungs- oder einen Verpflegungspunkt. Wasser, ISO-Getränke (Gatorate), Bananen und Äpfel standen in ausreichender Zahl zur Verfügung.

Die Stimmung: war natürlich gigantisch. Lt. Veranstalter befanden sich ca. eine Millionen Menschen an der Strecke. Besonders an den markanten Stellen war der Support wirklich sehr gut - es gab viele Samba- und Jazzbands; eine trommelnde, lesbische Frauengruppe in Kreuzberg; in grün eingefärbte ebenfalls trommelnde Bhagwanjünger (ebenfalls in Kreuzberg); originell verkleidete Transvestiten vorm Friedrichstadt-Palast und Stelzenläufer, die als Pferd mit Reiter verkleidet waren. Auch farbige Reggaemusiker waren auszumachen sowie eine 8er-WG, die alle zusammen an einem großen Tisch auf dem Gehweg frühstückten. Und nicht zu vergessen: die Berliner am Rand, die dort vereinzelt auf ihrem Schlagzeug trommelten. Auch die kranke Alex feuerte uns an 2-3 Streckenpunkten an.

Einige kritische Punkte seien aber angemerkt: im Ziel-Bereich herrschte bei den 4:00-4:30 Std.-Finishern das absolute Chaos. Wir brauchten, zusammen mit Tausenden anderen LäuferInnen, ca. 30 Minuten bis zur Medaillen-Übergabe. Und das, völlig fertig im Gedränge und bei der Wärme, ohne etwas zu trinken zu bekommen. Neben uns brachen immer mehr Teilnehmer zusammen und die Notärzte waren im Dauereinsatz. Über die knapp 1,5 Std., die wir insgesamt im Gedränge bis zum Kleider-Transporter brauchten, konnten wir uns dann schon nicht mehr aufregen.

Fazit: eine völlig überdimensionierte Massenveranstaltung, die vom tollen Publikum und den Sehenswürdigkeiten an der Strecke lebt. Der "Berlin-Marathon" ist mit Sicherheit nicht jedermanns/frau Fall. Das für bis zu 70 Euro Startgebühr nur eine recht minderwertige Medaille (im Vergleich zu Stockholm) herausspringt und bspw. auch kein kostenloses Finisher-Shirt verteilt wird, ist etwas arm...; das gemeinsame Starten von Marathonis und Power-Walkern ist sogar eine absolute Frechheit!

Ich denke, "Sieger" sind alle "Lauftreff-Hannover.de-Finisher". Die gelaufenen Zeiten sind teilweise überragend; viele haben sich deutlich verbessert...; einige (zwei ;-)) sind zu dem Entschluß gekommen, dass die Stärken vielleicht doch eher auf den etwas kürzeren Distanzen liegen oder eben (noch) intensiver trainiert werden muss.

Insgesamt war es ein tolles gemeinsames Wochenende!!!

Sven und Annette
Sven (03:12:52) und Annette (05:30:55)
Jens und Sascha
Jens (04:17:09) und Sascha (04:17:09)
Tobias und Andrea
Tobias (03:19:09) und Andrea (04:28:02)
Kathrin und Ilona
Kathrin (03:57:07) und Ilona (03:50:56)
Tanja und Oliver
Tanja (04:26:31) und Oliver (03:37:24)