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Lauftreff-Hannover.de in Tórshavn / Färöer
- Bericht von Jens Tielemann -

Harald Andreas Jens Max Helmut Reinhold Jürgen Manfred Lina Jörg Jürgen

Lauftreff-Hannover.de in Tórshavn / Färöer

Strecke
Halbmarathon Tórshavn / Färöer 2016

Strecke
Halbmarathon Tórshavn: 312 Höhenmeter


LAUFTREFF-HANNOVER.DE in Tórshavn / Färöer
Vor dem Halbmarathon Tórshavn / Färöer
(v.l.): Reinhold, Helmut, Manfred, Max, Andi, Jörg, Harald, Lina, Jürgen K., Jens und Jürgen S.

Jörg 01:37:15 / 18. Platz v. 165
Manfred 01:38:25 / 25. Platz v. 165
Andi 01:41:21 / 30. Platz v. 165
Helmut 01:49:42 / 47. Platz v. 165
Jürgen S. 01:51:11 / 48. Platz v. 165
Jens 01:53:52 / 56. Platz v. 165
Lina 01:54:13 / 57. Platz v. 165
Harald 01:54:25 / 58. Platz v. 165
Jürgen K. 02:00:42 / 79. Platz v. 165
Reinhold 02:00:56 / 80. Platz v. 165
Max 02:08:01 / 100. Platz v. 165


1. Tag: 02.06.16 Do. (Hannover - Kopenhagen - Färöer)

Tagesmotto: "Färöer Inseln... - all inclusive"

Der Bericht von unserer Laufreise 2015 nach Breslau endete mit dem Satz: "...ob 2016 das toppen kann...". So viel vorab: JA!

Bereits im letzten Jahr entschlossen wir uns wieder eine Laufreise gen Norden zu machen - die Wahl fiel dann auf ein eher "exotisches" Reiseziel: die Färöer-Inseln im Nord-Atlantik mit dem Halbmarathon in der Hauptstadt Tórshavn, mit ca. 12.000 Einwohner eine der kleinsten Haupstädte der Welt.

Mit großer Vorfreude traf sich die Gruppe (Ausnahme Lina und Harald mit separater Anreise) am Flughafen Hannover, um zunächst nach Kopenhagen zu fliegen. Hier angekommen, wurde während der Wartezeit auf den Weiterflug auf die Färöer zunächst auf Reinholds Geburtstag angestossen. Herrlich.

Der Flug mit "Atlantic Airways" wurde dann "lustig": neben Sushi zum Abendbrot (sehr lecker) gab es Alkohol "all inklusive". Die Stewardessen gingen damit äusserst großzügig um, so dass der eine oder andere an Bord (natürlich nicht vom Lauftreff!) sozusagen "voll wie ein Eimer war". Knallhart kalkuliert kann sich so ein Flug alleine schon unter Berücksichtung der dänischen und färörischen Alkoholpreise bei entsprechendem Konsum rechnen.

Der Anflug (abenteuerlich zwischen Felsen) gab uns dann schon einen ersten Einblick in die wunderschöne Landschaft.

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Anflug auf die Färöer

"Enttäuscht" waren wir dann, dass es auf dem winzigen Flughafen (von dem aber immerhin 8 Ziele, u. a. Kreta, Barcelona und Mallorca angeflogen werden) keine Alkoholkontrollen bei der Einreise gab ;-). So wären mehr als die zur Einfuhr vorgeschriebenen 2 Liter / Person möglich gewesen. Während Helmut und Reinhold noch auf Lina warteten (kam über Bergen / Norwegen), bestiegen die restlichen 8 Personen vom Lauftreff 2 der 3 vorbestellten Taxis (ca. 20 € pro Person), die uns in 45 Minuten zu unserer Unterkunft nach Argir, einem südlichen Stadtteil von Tórshavn, brachten. Unterwegs gab es weitere beeindruckende Landschaften zu bewundern.

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Mit dem Taxi nach Tórshavn

Kurz vor der Ankunft fuhren wir bereits auf Teilen der Laufstrecke, was uns aufgrund der vielen Steigungen durchaus Respekt einflösste. In Argir angekommen wartete Rasmus, unser Vermieter (airbnb), bereits auf uns und nahm uns freundlich im Empfang. Er berichtete, dass auf den Färöern aktuell "Jahrhundertwetter" ist, d. h. nur strahlende Sonne und kein Regen und / oder Nebel. Davon konnten wir uns dann den nächsten Tage auch überzeugen und mussten in der Folge den einen oder anderen Sonnenbrand behandeln.

Das Haus liegt recht abgeschieden (ca. 30 Min. zu Fuß zum Hafen, aber nur 700 m zu einem Supermarkt und einer Bushaltestelle) und in toller Landschaft direkt am Meer. Wir waren begeistert.

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Unsere Unterkunft in Agir

Nach dem Bezug der Zimmer (alle mit Meer-/Fjordblick) erledigten wir noch den obligatorischen ersten Einkauf im Supermarkt für das morgige Frühstück. Ein Großteil der eingekauften Vorräte fiel dann aber bereits am Abend den gefrässigen "Lauftreff-Raupen" zum Opfer. Gegen 01:00 Uhr (Färöer-Zeit; 1 Std.zurück) fielen wir wir dann bei mehr oder weniger Tageslicht und Meeresrauschen ins Bett.

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Schlafzimmerblick

2. Tag: 03.06.16 Fr. (Tórshavn)

Tagesmotto: "Noch ein Spiegelei mit Toast!"

Wir wurden recht früh von der knalligen Sonne im Zimmer wach.

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Sonne auf Färöer

Unsere Senioren ("senile Bettflucht") waren aber noch früher wach - mit der angenehmen Folge, dass es bereits um 08:00 Uhr frischen Kaffee und einen sehr schön gedeckten Frühstückstisch gab.

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Lauftreff-Frühstück

Nach dem reichhaltigen Frühstück machten wir uns alle für eine kleine Wanderung in der Umgebung bereit. Mehr oder weniger gut ausgerüstet (Helmut mit Slippern :-)) ging es einen schmalen Pfad den Berg hinter unserem Haus hinauf. Neugierig von unzähligen Schafen beäugt hatten wir bei bestem Wetter einen tollen Blick auf Tórshavn.

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Blick auf Tórshavn

Zurück in Argir fuhren wir mit dem Linienbus (generell kostenlos; über Steuern finanziert) in das Touristbüro. Hier buchten Helmut, Jürgen, Harald und Max einen Ausflug mit dem Bus nach Vestmanna inkl. einer 2 Std.-Bootstour für den frühen Nachmittag. Danach gingen wir aber zunächst gemeinsam zum Hafen - hier musste die bei der Wanderung verbrauchte Energie wieder in Form von Kaffee und Kuchen zugeführt werden.

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Kaffee und Kuchen im Hafen von Tórshavn

Danach liefen wir zum "SMS-Center" (Shopping-Center), um die Startunterlagen für den morgigen Halbmarathon abzuholen. Bei in Summe 523 gemeldeten StarterInnen (Marathon, Halbmarathon, Walken auf beiden Strecken und 5 km) war das eine sehr überschaubare und daher auch schnelle Angelegenheit. Die oben erwähnten starteten dann zu ihrem Ausflug - die anderen statteten dem Fussball-Nationalstadion der Färöer einen Besuch ab. Im Innenbereich konnten wir auf der Trainerbank probesitzen - dort, wo Jogi Löw 2013 einen 3-0-Sieg des deutschen Teams gegen die Färöer sah (deren Mittelstürmer kam direkt nach der Arbeit mit dem Postrad zum Spiel).

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Trainerbank Nationalstadion Färöer

Nach dem einen oder anderen Abstecher in Tórshavn (u. a. zu einem sehr schönen Stadtpark) fuhren wir mit dem Bus zurück zum Haus. Hier gab sehr leckeren und gar nicht mal so teuren frischen Fisch, den wir uns aus dem Hafen mitgebracht hatten. Nach einem gemütlichen Nachmittag (sonnen, schlafen, ...) fuhren wir mit Bus gegen 19:00 Uhr wieder nach Tórshavn, dessen Stadtbild durch bunte Häuser und grasbewachsene Dächer geprägt ist. Sehr schön!

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Typisches Haus in Tórshavn

Hier trafen wir dann auch die andere Gruppe wieder, die begeistert von ihrem Ausflug durch Fjorde und zu Vogelfelsen berichtete (mit Schutzhelmen gegen Steinschlag... und Möwenschiss), bei denen sie auch Papageientaucher sahen. Bei dem Kulturfest an diesem Abend in Tórshavn war dann fast die ganze Stadt auf den Beinen. Wir tranken das eine oder andere Bierchen (7 € für 0,4 ltr) und aßen Tortillas (typisch Färöer :-)) bzw. Schafs-Brühwurst mit Kartroffelbrei (schon eher Färöer). An der einen oder anderen Ecke gab es auch Live-Musik.

Mit dem letzten Bus fuhren wir dann zurück nach Argir und genossen draussen noch etwas die Abendstimmung.

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Abendstimmung auf den Färöern

Im Haus zurück waren die Ausblicke (bei Bier, Chips und dem obligatorischen Spiegelei auf Toast um Mitternacht) auf den Fjord ebenfalls fantastisch. Wie bereits erwähnt, gingen heute einige mit einem heftigen Sonnenbrand ins Bett. Trotz nur 10 Grad Lufttemperatur brannte die Sonne doch ordentlich.

3. Tag: 04.06.16 Sa. (Tórshavn)

Tagesmotto: "No montain to high, no valley to low""

Nach einem wiederrum reichhaltigen Frühstück begab sich die Gruppe erneut auf kleine Wanderung in der Umgebung, um die Beine locker zu machen. Am Morgen war es noch ziemlich bedeckt und frisch, aber schon bei der Abfahrt mit dem Bus um 12:30 Uhr zum Start des Halbmarathons wurde es deutlich sonniger.

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Berg-Wanderung

Um 14:00 Uhr gingen dann in Summe 523 TeilnehmerInnen (darunter 165 auf dem Halbmarathon) bei bestem Wetter an den Start. Die ersten knapp 9 km geht es quasi einmal um den inneren Stadtring von Tórshavn herum. Schon hier gibt es einige kräftezehrende Anstiege. Ab km 9 entfernt sich die Strecke von der Stadt weg in Richtung Hvitanes - hier wird es nun ein einziges Berg- und Tal-Laufen. Dank der einzigartig traumhaften Ausblicke auf Fjorde, Berge und umliegende Inseln ging aber auch das. Ab ca. km 14 geht die Strecke dann identisch zurück. Bei in Summe 312 Höhenmetern mussten alle vom Lauftreff ihre letzten Kraftreserven mobilisieren.

Überragend war die Zeit von Helmut mit seinen fast 70 Jahren. Lina und Harald liefen an der Wendemarke leider etwas zu weit, dürfen sich gedanklich daher einige Minuten abziehen und würden damit auch in der internen Lauftreff-Wertung etwas weiter vorne stehen. Jens war leider schon vor dem Lauf an der Wade verletzt und konnte ab km 5 nur noch unter Schmerzen 5:30/km laufen. Jörg lief von uns erwartungsgemäß die beste Zeit. Manfred ("das Phantom") lief sehr überraschend als Zweiter ein. Andi hatte sicherlich etwas mehr vor, war aber auch nicht optimal vorbereitet. Die beiden Jürgen, Reinhold und Max haben sich ebenfalls durchgekämpft und durften zufrieden sein.

Belohnung war nach dem Lauf eine schöne Medaille und ein großartiges kostenloses Kuchenbuffet mit Kaffee, Bier und später Fischsuppe (wer es denn mag). Das passte dann noch zu diesem wunderschönen und familiären Lauf.

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Kaffee, Kuchen und Bier

Durch den parallel stattfindenden und noch laufenden Marathon fuhren dann leider in ganz Tórshavn keine Busse und Taxen mehr - so mussten wir die 3 km zu Fuß nach Argir zurückgehen. Für Jens mit seiner Wade die Hölle. Unser Haus befand sich übrigens direkt an der 38,1 km-Wendemarke des Marathons - selbst 6 Std. nach dem Start kamen noch vereinzelte LäuferInnen vorbei. Wer diesen Lauf überhaupt schafft, verdient höchsten Respekt.

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Zu Fuß zurück nach Argir

Max und Reinhold überfielen dann später noch den Supermarkt und plünderten die letzten Bier- und Chipsvorräte. Es waren aber alle mehr oder weniger stark gezeichnet von dem anstrengenden Lauf.

4. Tag: 05.06.16 So. (Tórshavn)

Tagesmotto: "Wo sind die Steinmännchen?"

Am Sonntag unternahm der größte Teil unserer Gruppe eine Wanderung von Thorshavn nach Kirkjubour, die in einem Färöer-Wanderführer empfohlen wurde.

Für den Hinweg auf der westlich gelegenen Route mit 7,5 km waren etwa 2 Stunden veranschlagt worden. Der immer hilfsbereite Teamplayer Max erklärte sich bereit den Wanderführer zu mimen. Von Thorshavns Ortrand ging es zunächst an der Brauerei "Föroya Bjor" vorbei über eine steppenartige Hochebene, immer das Meer und weitere Inseln im Blick. Die Wegstrecke war leicht zu finden, da man sich an Steinpyramiden und gelegentlichen Markierungen orientieren konnte.

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Wanderung nach Kirkjubour

Unser Ziel, das idyllische Dorf Kirkjubour, hat immerhin etwa 80 Einwohner und eine Kirche. Touristisches Highlight sind die schwarzen Holzhäuser mit roten Fensterrahmen und wunderschönen Grasdächern, sowie die Ruinen einer zerfallenen Kathedrale.

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In Kirkjubour

Für den Rückweg wählten wir die östliche Route, die im Buch als "schlecht gekennzeichnet und nicht empfehlenswert" beschrieben wurde. Daran sollten wir noch denken! Wir mussten öfters querfeldein gehen, der Wegverlauf war nur zu erahnen. Die Landschaft erinnerte an schottisches Hochmoor mit kleineren und größeren Tümpeln, je nach Wetterlage. Wenn wir unsicher waren, spielte Max seine Führungsqualitäten voll aus: Er vermittelte einen selbstsicheren Eindruck, trotz völliger Ahnungslosigkeit :-).

Als das Wetter schlechter wurde, beeinträchtigten Wolken und leichter Nebel die Sicht. Es gab einige bange Gesichter, doch letztendlich erreichten wir wohlbehalten unsere schöne Unterkunft in Thorshavn. Wir regenerierten uns bei warmem Tee und Keksen in unserer Wohnküche und erzählten unsere Erlebnisse an die Nicht-Wanderer weiter.

5. Tag: 06.06.16 Mo. (Färöer - Kopenhagen - Hannover)

Tagesmotto: "Rückfahrt"