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Lauftreff-Hannover.de in Dublin / Irland
- Bericht von Jens Tielemann -

Horst Sven Harald Jens Martina Max Jörg Jürgen

Lauftreff-Hannover.de in Dublin 2011

Strecke
Halbmarathon-Strecke durch den "Phoenix-Park"


LAUFTREFF-HANNOVER.DE in Dublin / Irland
Vor dem Lauf in Dublin / Irland
(v.l.): Jens, Max, Jörg, Horst, Sven, Martina, Harald (Fotograf Jürgen)

Sven 1:26:18 - Platz: 204/6.092
Horst 1:31:34 - Platz: 458/6.092
Jens 1:35:23 - Platz: 670/6.092
Martina 1:47:24 - Platz: 1.874/6.092
Harald 1:49:21 - Platz: 2.220/6.092
Jörg 1:49:39 - Platz: 2.320/6.092
Max 1:50:05 - Platz: 2.336/6.092


1. Tag: 14.09.11 Mi. (Hannover - Hamburg - Dublin)

Tagesmotto: "Oscar Wilde ist nicht mit Gina Wild(e) verwandt"

Nach unkomplizierter Anreise nach Hamburg und sogar kostenlosem Parkplatz, bestiegen 8 sportlich gestählte und durchtrainierte Mitglieder des "Lauftreff-Hannover.de" die Maschine von Air Lingus nach Dublin.

Nach ca. 2 Std. Flug betraten wir irischen Boden und Max zeigte den Iren gleich, wo der Hammer hängt. Der Taxifahrer war auf jeden Fall sehr erstaunt, als Max auf der vermeintlichen Beifahrerseite Platz nahm, der in Irland (Linksverkehr) ja die Fahrerseite ist. "Do you want to drive the taxi?" war dann auch seine durchaus berechtigte Frage. Herrlich.

Nach kurzem Stop in der Unterkunft "Waterloo Lodge" (Waterloo im vermeindlichen Vorgriff auf die Laufergebnisse am Samstag) und der Zimmeraufteilung (Harald, Jörg und Jens / Max, Jürgen und Horst / Sven und Martina) musste dringend Nahrung zugeführt werden. Die Pizzeria um die Ecke war gut und, typisch für Irland, teuer. Ein Bier 0,3 f. 4,95 Euro (zum Glück war ein Supermarkt um die Ecke). Bei der Planung der nächsten Tage stellten wir schnell fest, dass dieses Mal, zu meinem Leidwesen, eher "unkulturelle Typen" mit dabei sind. Banausen ist freundlich ausgedrückt. So kam dann auch das Tagesmotto zustande.

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Die "Waterloo Lodge" in Dublin

Gegen 0:00 Uhr MEZ fielen dann die Äuglein zu. Die Nacht war ganz gut. Jörg jedoch bemängelte die schlechte Luft im Zimmer. Der Verdacht fiel direkt auf Harald's Käsemauken.

2. Tag: 15.09.11 Do. (Dublin)

Tagesmotto: "In Deutschland schmeckt es irgendwie besser"

Mit dieser fundierten Aussage beendete Jörg den Mittags-Verzehr seines "XXL King Size Maxi Whoppers" inkl. "Maxi-Pommes" und "Maxi-Cola" bei Burger King.

Aber der Reihe nach: der Tag startete mit einem nicht gerade reichhaltigen und ausgewogenen "Continental Breakfast" in der Waterloo Lodge. Die nächsten drei Tage ist "Full Irish" angesagt. Unser Reiseführer Jürgen führte uns dann zielsicher zur Busstation von "Dublin Tours" - für 16 Euro fährt der Bus alle sehenswerten Ziele in Dublin an und man kann 2 Tage beliebig oft ein- und aussteigen. Nicht schlecht...

Ziemlich frisch war es auf dem offenen Deck, es lag permanent "Guinness" in der Luft (Fabrik mitten in der Stadt) und einige deutsche Touristen konnte man direkt an Ihren dünnen Sommerkleidern bei ca. 12 Grad erkennen (Harald: "egal, hauptsache draussen"). Der Bus fuhr auch am "Phoenix Park" entlang, der Ort, wo am Sa. der Halbmarathon startete. Was soll ich sagen: flach ist anders und windstill auch. Der Respekt war schon da.

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"Dublin Bus-Tour"

Weiter ging es zu den "Docklands". Die Hafen-Gegend war noch in den späten 1970er-Jahren das Elends-Viertel Europas. Hier lag die Sterblichkeit höher als in Kalkutta (das ist in Indien ;-)). Nach einer aufwendigen und super-teuren "Renovierung" zieren heute pompöse und gläsernde Bürogebäude das Ufer. Überhaupt ist Dublin eine Stadt der Kontraste und Extreme. Abgewrackte Häuser, Kathedralen und hoch-moderne, gläsernde Büro-Komplexe wechseln sich munter ab. Dazu eine wirklich chaotische Verkehrssituation (lt. Reiseführer Europas verstopfeste Stadt nach Athen), die nervt.

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In den Docklands: Antike und Moderne

Vorbei am gigantischen "Aviva Stadium" (51.700 Sitzplätze) zogen wir uns in die "Waterloo Lodge" zurück (Ausruhen). Ja, und den Rest des Tages verbrachten wir in diversen Pubs im Szeneviertel "Temple Bar" mit Lager-, Guiness-, Tiger- und Kilkenny-Bier. Berichtenswert war noch zum Abendessen die Reaktion eines Teilnehmers auf den Vorschlag "Thai Chicken?" - "Okay, Thai Chicken und dann was essen". Letztendlich landeten wir in der Pizzeria von gestern.

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Kneipenviertel "Temple Bar"

Der Käsemauken-Verdacht von gestern Abend hatte sich erhärtet. Heute Nacht blieb das Fenster auf.

3. Tag: 16.09.11 Fr. (Dublin - Wicklow - Glendalough)

Tagesmotto: "Where is the brazilian girl?"

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Bus-Ausflugs nach Glendalough (sprich "Glenn da lu"), dem "Tal der zwei Seen".

Um 09:40 Uhr holte uns der Bus ab, dessen Fahrer wohl als "irisches Original" bezeichnet werden darf. Jedenfalls unterhielt uns der Gute mit allen wichtigen ("do you know something about turf?") und unwichtigen ("Tiger Woods meets Stevie Wonder on a golf-ground") Dingen. Dazu schmetterte er einen Gassenhauer nach dem anderen ins Mikro ("Yesterday", "What a wonderful morning", ...). Spätestens aber, als er die 15 verschiedenen Nationen an Bord "zwang" je ein landestypisches Lied zu singen, hörte für uns der Spaß auf und die Stimmung schlug um. Das "...zum Städele hinaus..." war dann auch arg schräg. Den Italienern an Bord hat es auch nicht gefallen.


Der singende Busfahrer

Überhaupt hatte die Fahrt, je länger sie dauerte, etwas von einer Butterfahrt inkl. Heizdecken-Verkauf. Negativer Höhepunkt war ein zweistündiger Umweg, um eine Nähfabrik zu besichtigen, dessen Einkehrmöglichkeit, welch Zufall, direkt im Verkaufsraum von Woll-Decken, Woll-Pullundern und allerlei Tinneff war. Immerhin gab es unterwegs einige tolle Ausblicke zu bewundern...

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Unterwegs...

In Glendalough, durchaus sehenswert, verschwand dann Jörgs neue brasilianische Bekanntschaft Ena Carolina. Jedenfall war Sie nach einer Pause nicht mehr an Bord zurückgekehrt. Jörg, (nicht) ganz uneigennützig, mobilisierte die gesamte irische Landesarmee (bei der NATO war dauernd besetzt) und durchsuchte Zentimeter für Zentimeter das "Tal der zwei Seen". Nach ca. 1 Std. stand sie dann, blendend gelaunt, an einer Pferdkutsche und bestieg unter Applaus (und wenigen Buh-Rufen, oder war es umgekehrt?) wieder den Bus. Jörgs Belohnung war später der Austausch der Telefonnummern.

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Glendalough

Was für ein aufregender Tag. Max wurde noch beim Klauen im Supermarkt erwischt. Dachten wir zumindest :-). Das würde jetzt hier aber zu weit führen (er war völlig unschuldig). Essen gab es wieder in der Stamm-Pizzeria. Die freuten sich immer schon, wenn wir reinkamen (auf die 12,5% Servicegebühr).

Den Absacker tranken wir auf Max, Jürgens und Horsts neuem Zimmer - das alte Zimmer war nach 2 Tagen schon total verschlissen ;-) (natürlich nicht; es war schlicht etwas zu klein für drei Personen und sie konnten tauschen).

4. Tag: 17.09.11 Sa. (Dublin)

Tagesmotto: "Mein Pyjama ist weg... eben war er noch da"

Großes Drama in Irland: Jörgs 2-teiliger Frottee-/Polyester-Schlafanzug war verschwunden. Später dazu mehr.

Um 08:15 Uhr brachte uns das Taxi zum "Phoenix Park",dem Ort des "Dublin-Halbmarathons" - nebenbei Europas größter Stadtpark. Die Organisation war ziemlich perfekt; das Wetter zu Beginn eher nicht (sehr stürmisch und regnerisch). Letztendlich herrschten beim Start um 10:00 Uhr aber doch nahezu ideale Bedingungen (wenig Wind, ca. 12 Grad und trocken). Die Strecke durch den Park ist durchaus hügelig, wobei man aber das Gefühl hat, dass es mehr bergab als bergauf geht (kann aber auch täuschen). Eine "Gemeinheit" kommt bei ca. 20,3 km: aus einem Gefälle heraus folgt eine scharfe Kurve, die den Läufer fast in den Stand zwingt - darauf folgt direkt eine steile "Serpentine" zum Zielbereich. Ganz übel und das Ende für so manchen Zeit-Traum.

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Start "Dublin Halbmarathon"

Sven lief, wie erwartet, deutlich unter 1:30 Std.; Horst, leicht gehandicapt, verlor gegen Ende etwas Zeit, darf aber zufrieden sein. Jens lief persönliche Bestzeit (leider aber nicht unter 1:35 Std., doch wir wollen nicht meckern). Martina, Harald und Max (konnte wg. Achillessehnen-Problemen in den Wochen vorher nicht richtig trainieren; und: er hatte seine Uhr während einer Pinkelpause angehalten und deshalb gedacht, er wäre unter 1:50 Std.ins Ziel gekommen - die fehlenden 6 Sekunden hätte er sonst wahrscheinlich noch herausgeholt) waren ebenfalls zufrieden. Besonders herausgehoben werden muss aber Jörg: mehr oder weniger "aus dem Stand" lief er, nach sehr langer Verletzungspause und mit nur sehr sporadischem Training, unter 1:50 Std. Und das bei dem Essens-Konsum ;-). Respekt!

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Lauftreff-Hannover.de im Ziel

An dieser Stelle auch ein großer Dank an Jürgen, der verletzungsbedingt leider nicht mitlaufen konnte. Er betreute uns nicht nur vor und während des Laufs, sondern eigentlich die ganze Zeit mit vielen nützlichen Informationen und nicht zuletzt mit seinem hervorragenden Englisch. Ein super "Reiseleiter".

Insgesamt war das Niveau des Laufs (6.092 Finisher; ca. 90 % Iren) mit 650 LäuferInnen unter 1:35 Std. sehr hoch - die Iren sind ein "zähes Volk", das sich quälen kann. Dazu passt dann auch der Ire, der den Halbmarathon in 1:51 Std. rückwärts (!) lief (kein Scherz).

Um 12:00 Uhr waren wir alle ziemlich zufrieden und durchgeschwitzt (Harald: "Schrittfeuchte 100%") auf dem Weg zum Taxi. Dieses bewegte sich im Dubliner Verkehrschaos in 30 Minuten ca. 10 Meter. Unglaublich. Man glaubt es nicht, wenn man nicht dabei war. "Zur Strafe" hat der gesprächige Fahrer (leider saß ich vorne) jetzt ca. 4 Liter feinsten Lauf-Schweiß im Sitz ;-). Nach Duschen und Ausruhen teilte sich die Gruppe in "Burger King", "Shopping" und "Guiness-Brauerei-Besichtigung" (inkl. Guiness).

Um 19:00 Uhr ging es gemeinsam zum "Inder". Danach noch in die Kneipe "um die Ecke". Insgesamt hatte der Lauf aber deutliche Spuren hinterlassen und wir wollten eigentlich nur noch in's Bett. Zumal wir auch die Tage zuvor nicht gerade viel geschlafen hatten. Damit wir wieder beim Tagesmotto sind: Jörg's geliebter kuscheliger Pyjama war weg (und vorweg: ist auch nicht mehr aufgetaucht). Es gab verschiedene Theorien (Ena Carolina, die Küchenhilfe, die Jörg jeden Morgen bereitwillig 3 extra Eier briet oder Harald). Weil die Hoffnung zuletzt stirbt, hat Jörg seine Adresse an der Rezeption hinterlassen und EINDRINGLICH um eine Info gebeten, wenn er wieder auftaucht ("Ich komme dann vorbei und hole ihn ab...").

5. Tag: 18.09.11 So. (Dublin - Hamburg - Hannover)

Tagesmotto: "Good bye Dublin "

Heute endete die diesjährige Lauftreff-Reise, die als sehr gelungen bezeichnet werden darf.

Nette Leute, nettes Ziel, gute Unterkunft, gutes Wetter (für irische Verhältnisse) und, nicht zuletzt, gute Laufzeiten. Was kann man mehr erwarten?

Grobe Planung für September 2012 ist der "SEB Tallinn Marathon" in Estland (10 km, Halb- und Voll-Marathon; in dieser Reihenfolge ;-)).