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Lauftreff-Hannover.de in Reykjavik / Island
- Bericht von Alexandra Heidenescher -

Andreas Sascha Alex Jens

Wappen Veranstaleter

Halbmarathon-Strecke (gelb)
Halbmarathon-Strecke (gelb); Quelle: www.marathon.is


LAUFTREFF-HANNOVER.DE beim Halbmarathon in Reykjavik / Island
Vor dem Halbmarathon in Reykjavik / Island
(v.l.): Jens, Andreas, Alexandra und Sascha

Jens 1:37:11 Platz: 98/1.144 Altersklasse (m) 16-39: 50/422
Andreas 1:39:45 Platz: 139/1.144 Altersklasse (m) 16-39: 66/422
Sascha 1:44:53 Platz: 221/1.144 Altersklasse (m) 16-39: 108/422
Alexandra 2:15:38 Platz: 941/1.144 Altersklasse (w) 16-39: 159/223


1. Tag: 13.08.07 Montag (Hannover - Berlin - Reykjavik)

Wetter (Reykjavik): ca. 15 Grad (Sonne)

Am Montag (13.08.2007) starteten wir, Sascha und Alexandra, als Vorhut der Island-Reise. Wir fuhren per Zug nach Berlin und nahmen dort um 13:15 Uhr die Maschine FHE0132 (Icelandexpress) nach Island (Keflavik). Der Flug dauerte 3,5 Stunden und um 14:45 Uhr Ortszeit (Island hat im Sommer 2 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland) betraten wir isländischen Boden. Per Flybus (1.200 ISK; ca. 90 ISK = 1 Euro) kamen wir ins ca. 50 km entfernte Reykjavik und während der Fahrt dorthin kriegten wir den ersten Eindruck von Island: dünn besiedelt (3 Einwohner/km²; in Deutschland sind es 231!) und viel "Mondlandschaft", wie in den Reiseführern beschrieben.

Unsere Unterkunft haben wir im "Apartmenthouse Forsæla" in der "Grettisgata 33" bezogen (http://www.apartmenthouse.is). Da Reykjavik relativ klein ist (ca. 120.000 Einwohner) und die Stadt während des Marathons und der in dem Zeitraum ebenfalls stattfindenden Kulturnacht stark besucht ist, sollte man sich recht früh um eine Unterkunft kümmern. Am besten ist eine Unterkunft inklusive einer Küche zur Selbstverpflegung, da das Essen gehen in Island sehr teuer ist. Die Lebensmittel selber sind nicht wesentlich teurer als in Deutschland (Supermarktkette Bonus ist am günstigsten).

2. Tag: 14.08.07 Dienstag (Reykjavik)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

Am Morgen zogen wir los, um Reykjavik zu besichtigen: als erstes schlenderten wir die "Laugavegur" entlang, eine der Haupt-Flaniermeilen in Reykjavik in Richtung der Touristen-Information. Dort deckten wir uns mit allen notwendigen Prospekten, Broschüren und Informationen ein, um unsere Ausflüge mit Jens und Andreas, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nachkamen, sofort planen zu können. Die Menschen in Island sprechen alle gut englisch und etliche auch deutsch, sodass die Verständigung kein Problem ist.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit einem Stadtbummel (überwiegend checkten wir die Restaurants ab, die wirklich alle sehr teuer sind), sowie mit der Auskundschaftung was wir alles mit unseren beiden noch kommenden Mitläufern besichtigen können. Abends gingen wir ins "Hressingarskálinn" an der Austurstræeti 20 essen; dies ist eine Art Studentenkneipe/Restaurant mit relativ günstigem und gutem Essen. Das Bier kostet allerdings auch dort 600 ISK per halber Liter. Gegen 23:30 Uhr landeten dann Jens und Andreas in Keflavik und um 01:00 Uhr nachts holten wir die beiden am "BSI Bus Terminal" ab.

3. Tag: 15.08.07 Mittwoch (Reykjavik)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

Mittwoch konnte es dann richtig losgehen, denn jetzt waren alle da. Wir besichtigten die 73 m hohe "Hallgrímskirkja"-Kathedrale, das Wahrzeichen der Stadt mit dem Leifur-Eiríksson-Denkmal und fuhren den Turm hoch (350 ISK pro Person), um einen herrlichen Ausblick über ganz Reykjavik zu haben.

Die Hallgrimskirkja
Die Hallgrimskirkja

Weiter ging es zum zweiten Wahrzeichen von Reykjavik: eine verspiegelte Glaskuppel auf sechs Heißwassertanks, genannt "Die Perle" / "Perlan". Perlan liegt auf dem Gipfel des bewaldeten Hügels "Öskjuhlíd". Im Perlan gibt es ein Geschichts-Museum sowie einen Springbrunnen, der alle 15 Minuten wie der Geysir "Strókkur" (s. Tag 4) eine Wasserfontäne in die Höhe schießt. Des Weiteren wurde auf den Tanks eine Aussichtsplattform installiert, die rund um die Kuppel führt und von der man bis nach "Snæfellsjökull" schauen kann. Dieser Ausblick toppt fast noch den vorherigen von der Kathedrale!

Blick auf Reykjavik und den Berg Esja (914 m)
Blick auf Reykjavik und den Berg "Esja" (914 m)

Als letztes ging es zur Shopping-Mall "Kringlan", ein Paradies für Shopping-Junkies. Bei jedem Kauf sollte man an die Tax-Free Formulare denken mit denen man einen Teil der Mehrwertsteuer zurückbekommt! (siehe www.eurorefund.com). Am Nachmittag besuchten wir dann noch mal die Touristinformation und buchten unsere Ausflüge für die nächsten Tage.

Abends gingen wir dann noch in "Die Vulkan-Show" im Red Rock Kino in der Hellsund 6a. Das komplette Programm, bestehend aus Teil I und II, kostete pro Person 950 ISK. Der Inhaber dieses Kino's, Villi Knudsen, ist ein in Island beliebter Vulkan- und Naturfilmemacher und zeigt in diesen beiden Filmen alle Vulkanausbrüche Islands seit 1947 inkl. des dramatischen Ausbruchs auf der Insel "Heimaey" sowie der vulkanischen Entstehung der Insel "Surtsey", beide besser bekannt als "Westmännerinseln" (Vestmannaeyjar). Die Reise zu diesen Inseln hatten wir für Sonntag geplant.

4. Tag: 16.08.07 Donnerstag (Reykjavik - Þingvellir - Geysir - Gullfoss)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

Um 9:00 Uhr morgens hatten wir uns für heute einen Leihwagen bestellt; dieser wurde uns vor die Haustür gebracht (super Service!). Der Mitarbeiter der Leihwagenfirma fuhr uns dann noch kurz zu der Leihwagenfirma um das Vertragliche zu regeln und dann ging es los. Heute hatten wir uns den "Goldenen Ring" vorgenommen. Man kann diese Tour entweder selber abfahren mit einem Leihwagen oder komplett über Iceland Excursions buchen (www.grayline.is). Bei einer entsprechenden Personenzahl ist der Leihwagen deutlich billiger.

Als erstes besichtigten wir "Þingvellir" (35 km von Reykjavik entfernt), für die Isländer der bedeutendste Ort Ihrer Insel, der seit 2004 zum Unesco-Welterbe gehört. Hier in Þingvellir fanden alle historisch wichtigen Ereignisse statt: von der Ausrufung des Freistaates 930 bis zur Gründung der Republik Island 1944. Auch landschaftlich gesehen lohnt sich der Ausflug zu Þingvellir, denn diese Stätte liegt direkt am größten isländischen See, dem Þingvallavatn.

Þingvellir
Þingvellir

Weiter ging es durch die wunderschöne Vulkan-Landschaft von Island; manchmal begegnet einem für lange Zeit kein einziges Auto und das zu der Hauptreisezeit! Man kann sich vorstellen, wie einsam es in der Nebensaison wird! ;-). Unser nächstes Ziel war das Thermalgebiet 65 km nordöstlich von Sellfoss mit dem "Großen Geysir", hier gibt es kleine und grosse Thermalquellen sowie einige Geysire u. a. der Geysir "Strokkur" der alle paar Minuten eine Wasserfontäne bis zu 50 m hochschießen lässt. Unglaublich, dieses Naturereignis anzuschauen!! Bei diesem Thermalgebiet gibt es auch ein Info-Center mit einer Multimedia Show.

Geysir Strokkur I
Geysir "Strokkur" - "Ausbruch"

Geysir Strokkur II
Geysir "Strokkur" - kurz nach dem "Ausbruch"

Das dritte und letzte Ziel des "Goldenen Ringes" war der nochmals 7 km von dem Thermalgebiet entfernte Wasserfall "Gullfoss". Er gilt als einer der schönsten Wasserfälle von Island und wird auch "Goldener Wasserfall" genannt. Seit 1979 steht dieser Wasserfall unter Naturschutz! Auch dieses Naturereignis ist unglaublich beeindruckend, schön (vor allem wenn ein Regenbogen in der Gischt leuchtet!) und einfach phänomenal!

Der goldene Wasserfall Gullfoss
Der goldene Wasserfall "Gullfoss"

Nach dieser Besichtigung ging es zurück nach Reykjavik. Sascha, Andreas und Jens gingen abends noch in's Schwimmbad.

5. Tag: 17.08.07 Freitag (Reykjavik - Blaue Lagune)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

Der Freitag war der Tag vor unserem Lauf - wir hatten uns alle für den Halbmarathon angemeldet. Aus diesem Grund hatten wir beschlossen, an diesem Tag einfach zu relaxen. Wir hatten bei der Touristen-Information eine Tour zur "Blauen Lagune" gebucht (Busfahrt und Eintritt pro Person 3.500 ISK) und wurden mit dem Bus um 9:30 Uhr wieder vor unserer Unterkunft abgeholt. Die Fahrt ging in Richtung Keflavik südwestlich zu der Halbinsel Reykjanes. Dort liegt umschlossen von Lava der berühmteste Badeort von Island: Die "Blaue Lagune". Das Wasser des milchig-blauen Sees hat seine Farbe von Mineralien und Algen die nachweislich eine heilende Wirkung bei Hauterkrankungen hat. Je nach Lichtverhältnissen ist die Farbe türkis bis tiefblau. Das Wasser ist 38 Grad warm und zur Tiefenreinigung der Haut kann man kostenlos ein Dampfbad benutzen sowie Peelings mit Kieselschlamm machen. Besonders an diesem Badeort ist, dass der See eigentlich das Abwasserbecken eines geothermalen Kraftwerks ist.

Bad in der Blauen Lagune
Bad in der "Blauen Lagune"

Um 16:00 Uhr ging es wieder zurück. In Reykjavik angekommen, holten wir dann unsere Startunterlagen und stärkten uns bei der Pasta Party, die für jeden angemeldeten Läufer frei zugänglich war, für unseren morgigen Lauf. Auf dem Rückweg schauten wir noch beim großen (kostenlosen) Musik-Konzert im Nationalstadion vorbei, das auch live im Fernsehen übertragen wurde.

6. Tag: 18.08.07 Samstag (Reykjavik)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

Am Samstag war es dann endlich soweit: der Reykjavik-Marathonlauf 2007. Wir hatten uns, wie schon erwähnt, alle für den Halbmarathon angemeldet und bei strahlendem Sonnenschein und ca. 15 Grad ging es um 9:00 Uhr los. 2 Stunden und 15 Minuten später waren wir dann alle wieder hinter der Zielgerade vereint. Nach dem Lauf genossen wir für eine Weile die tolle und internationale Stimmung des Laufs.

Die Strecke: ist durchaus wellig und recht anstrengend / anspruchsvoll. Schön ist der Kurs auf jeden Fall - ein Großteil führt direkt am Meer entlang und eröffnet tolle Aussichten. Durch die kilometerlangen Geraden und die fehlende Zuschauer-Unterstützung wird das ganze aber "etwas langweilig". Nachdem man an den Hafen-Anlagen vorbeigelaufen ist (z. T. stinkende Fischfabriken), geht es ein steiles Stück hinauf. Hier hat es einige LäuferInnen "zerrissen". Die letzten 4 km bis zum Ziel läuft man dann bei einem leichten Gefälle nur geradeaus…

Die Versorgung / Organisation: ist für einen Halbmarathon völlig ausreichend. Alle 5 km gibt es ISO-Getränke und Wasser. Im Ziel dann zusätzlich auch Schokolade (sehr lecker) und Bananen. Generell zur Organisation: diese ist ganz hervorragend. Am Vorabend kann man bei der "Pasta-Party" (inkl. Salat) umsonst essen und trinken bis zum Abwinken. Zusätzlich gibt es Kaffee und Schokolade umsonst. Im "Starter-Paket" ist ein rotes Funktions-Shirt (oder auch 2 ;-)) und ein Stirnband enthalten. Die (goldene) Medaille für die "Finisher" ist ebenfalls von hoher Qualität.

Die Stimmung: ist leider - Ausnahme ist mit Abstrichen der Ziel-Bereich - nicht vorhanden. Hier und da stehen einige Verwandte der isländischen LäuferInnen. Neutrale Anfeuerung oder gar Musik(-Bands) an der Strecke sind aber komplette Fehlanzeige. Man läuft alleine…; im Zielbereich sind dann ca. 500 Zuschauer versammelt und es kommt so etwas wie "Stimmung" auf.

Zur Entspannung ging es dann anschließend in das Freibad "Laugardalslaug", dem größten Freibad von Reykjavik. Die Freibäder in Reykjavik sind alle stark beheizt, so dass man sogar bei niedrigen Außentemperaturen dort lange verweilen kann. Zusätzlich gibt es in den Freibädern so genannte "Hot Spots", kleine Becken mit Wasser von 38°, 40°, 42° und sogar 44°. Also kalt wird einem wirklich nicht! Jeder angemeldete Läufer hatte einmal freien Eintritt zu diesem Freibad erhalten und nach dem Lauf war es wirklich herrlich und wohltuend für die Muskeln!

Abends ließen wir uns bei "Fljótt og Gott" in der Vatnsmýravegur 10 einen Burger mit Pommes und Bier schmecken. Was braucht ein Läufer mehr! ;-)

Reykjavik bei Nacht
Reykjavik bei Nacht

Anschließend ging es zurück in die Stadt zur Kulturnacht, die um 23:00 Uhr mit einem super Feuerwerk am Hafen endete. An diesem Abend, wo die gesamte Stadt Reykjavik überflutet war mit Menschen (rund 1/3 aller Isländer hielten sich an diesem Abend in Reykjavik auf), fiel uns besonders auf was für ein teilweise komisches und modisch exzentrisches Völkchen die Isländer doch sind. Daraufhin verstanden wir dann auch endlich folgenden Eintrag aus unserem "Lonely Planet" Reiseführer: "To get the best out of the capital talk to the locals - they're an eccentric bunch and you'll soon realise that even Björk, arguably Iceland's most famous export, is fairly down to earth by local standards!"

Feuerwerk im Rahmen der Kulturnacht
Feuerwerk im Rahmen der Kulturnacht

7. Tag: 19.08.07 Sonntag (Reykjavik - Vestmannaeyjar)

Wetter: ca. 12 Grad (bedeckt, leichter Regen)

Heute fiel das Aufstehen etwas schwerer als sonst! ;-) Aber trotzdem hatten wir uns für unseren letzten Tag noch etwas besonders vorgenommen: heute ging es zu den "Westmännerinseln" (Vestmannæyjar). Der Bus vom "BSI Bus Terminal" Reykjavik fuhr um 10.40 Uhr los und brachte uns ins ca. 70 km entfernte Þorlákshöfn (Hin- und Rückfahrt 2.000 ISK). Von dort fährt zweimal täglich die Fähre Herjólfur zu der Insel "Heimaey" (Hin- und Rückticket 4.000 ISK).

Fahrt auf die Westmännerinseln
Fahrt nach Heimaey auf den "Westmännerinseln" (Vestmannaeyjar)

"Heimaey" ist die größte und die einzige bewohnte Insel der "Westmänner" (ca. 4.400 Einwohner). Weltweit berühmt wurde diese Insel als 1973 ein Vulkan ausbrach und sich über "Heimaey" ergoss, glücklicherweise konnten die damals 5.300 Einwohner der Insel innerhalb weniger Stunden alle evakuiert werden.

Vestmannaeyjar
Vestmannaeyjar

Der Vulkanausbruch dauerte 5 Monate und begrub fast ein Drittel der gesamten Insel. Heute ist die Insel wieder grün und die Bewohner nutzen die erkalteten Lava-Massen als Baumaterial.

Erinnerungen an den Vulkan-Ausbruch 1973
Erinnerungen an den Vulkan-Ausbruch 1973

Abends gegen 20:00 Uhr waren wir wieder in der "Grettisgata" und dann hieß es auch schon leider Koffer packen, denn Jens und Andreas mussten am Montag gegen 4:30 Uhr aus dem Haus in Richtung Flughafen. Sascha und Alexandra blieben noch einen Tag länger.

8. Tag: 20.08.07 Montag (Reykjavik)

Wetter: ca. 15 Grad (Sonne)

An unserem letzten Tag waren keine größeren Aktivitäten geplant - wir bummelten nochmals durch die Einkaufszonen von Reykjavik und erkundeten die Gegend "Laugardalur" mit dem Botanischen Garten und dem Zoo von Reykjavik.

9. Tag: 21.08.07 Dienstag (Reykjavik - Berlin - Hannover)

Wetter: ca. 12 Grad (Regen)

Heute ging es dann auch für uns wieder heimwärts…und als ob Island es geahnt hätte: erst jetzt beim Heimreisetag fing es an zu regnen (laut Reiseführer regnet es im August durchschnittlich an 12 Tagen!) Wir hatten somit echt Glück mit dem Wetter und Island hat sich uns von seiner besten Seite gezeigt!