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Lauftreff-Hannover.de beim nördlichsten Marathon der Welt in Tromsø / Norwegen
- Bericht von Alexandra Heidenescher (Oslo) und Jens Tielemann (Tromsø) -

Sven Martina Sascha Alex Jens Rolf
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Marathon- und Halbmarathonstrecke
Profil
Streckenverlauf und Profil "Tromsø Midnight-Sun-Marathon 2006"

Blick auf Tromsø vom Storsteinen (420 m)
Blick auf Tromsø vom Aussichtsberg Storsteinen (420 m)


1. Tag: 11.06.06 Sonntag (Hannover - Hamburg - Oslo)

Wetter: ca. 27 Grad (Sonne)

Am 11.06.2006 um 6 Uhr morgens ging es los: Martina, Sven, Sascha und Alex fuhren zum Flughafen Hamburg und flogen um 9:55 Uhr gen Oslo. Ohne Komplikationen landeten wir um 11:25 Uhr in Oslo, wo uns allerfeinstes Wetter erwartete (ca. 27° C und strahlender Sonnenschein). Schnell erreichten wir die NSB-Bahn, die uns in das 50 km entfernte Osloer Zentrum brachte. Während der Fahrt erhielten wir von einem deutschen Pärchen, das nach Oslo ausgewandert ist, wertvolle Tipps für unsere Freizeitgestaltung in Oslo, sowie Einblicke in die Lebenskultur und in die Philosophie der Norweger. Die Reise fing also schon super an!

Nach dem Einschecken in unserem "Thon Hotel Spectrum" machten wir uns auf den Weg, die schöne Stadt Oslo zu erkunden. Zuerst schlenderten wir zur Touristen-Information und kauften uns den Oslo-Pass. Mit diesem Pass kann man alle öffentliche Verkehrsmittel benutzen und erhält freien Eintritt zu fast allen Sehenswürdigkeiten, Museen etc. von Oslo! Absolut empfehlenswert! Für unseren 3-tägigen Aufenthalt zahlten wir umgerechnet ca. 50 Euro für den Pass!

An diesem Tag benutzen wir den Pass allerdings noch nicht, sondern informierten uns anhand der Touristen-Broschüren über Oslo, planten grob unsere Aktivitäten und genossen bei herrlichem Sommerschein unser erstes Bier in Norwegen (0,5 l Pils kostet dort im Durchschnitt 7 Euro, Weizenbier gab es für ca. 10 Euro!). Aber echte Bierliebhaber lassen sich auch davon nicht abhalten! ;-). Anschließend flanierten wir über die schöne Karl Johans Gate (eine der Hauptstrassen in Oslo) in Richtung Schloss und Schlossgarten.

2. Tag: 12.06.06 Montag (Oslo)

Wetter: ca. 27 Grad (Sonne)

Der Tag ging um 9 Uhr mit einem tollen Frühstücksbüffet los.

Anschließend startete unser Tagesprogramm: zu aller erst besichtigten wir die Festung von Oslo, von der es einen wunderschönen Ausblick zum Hafen und Richtung Bygdøy gibt (Bygdøy ist eine Halbinsel im Oslofjord und ein Stadtteil von Oslo).

Oslo-Festung mit Blick auf den Hafen
Oslo-Festung mit Blick auf den Hafen
v. l. n. r.: Sven, Martina, Alex und Sascha

Weiter ging es mit einer ca. 20-minütigen Bootsfahrt (auch im Oslo-Pass enthalten!) Richtung Bygdøy. Dort begann unser Museums-Marathon: zuerst besichtigen wir das Fram Museum, dann das Kon-Tiki Museum, später das Wikinger-Schiff Museum und zum Schluß eines der größten Freilichtmuseen von Europa. Jetzt war unser Wissensdurst erstmal gesättigt! ;-) Nach einer schönen Bootsfahrt zurück, endete dieser Tag!

3. Tag: 13.06.06 Dienstag (Oslo)

Wetter: ca. 27 Grad (Sonne)

Auch heute hatten wir uns viel vorgenommen.

Zunächst ging es stadtauswärts mit der Bahn nach Voksenkollen, ab da wurde gewandert: zuerst zum Fernsehturm Tryvannstarnet. Dort liegt auch eines der Skigebiete von Oslo. Skilift und Pisten im Sommer bei Sonnenschein hatten wir auch noch nie gesehen. Weiter ging die Wanderung zur Berghütte Tryvannstua, welche von einer malerischen Landschaft inkl. Bergsee umgeben ist. Nach einer kurzen Rast ging es dann zur Holmenkollenkapelle und anschließend zur Skisprungschanze Holmenkollen, von wo man in 417 Metern Höhe einen imposanten Ausblick hat. Es ist der meistbesuchte Ausblickspunkt von ganz Norwegen.

Holmenkollen-Skisprungschanze
Die Holmenkollen-Skisprungschanze

4. Tag: 14.06.06 Mittwoch (Oslo)

Wetter: ca. 27 Grad (Sonne)

Heute ließen wir es ruhiger angehen. Wir besuchten das Technik Museum von Oslo und machten noch einen schönen Spaziergang durch das wunderschöne Grunnerløkka-Viertel mit der ältesten Kettenbrücke des Landes.

Abends gab es dann ein Drama vom feinsten: Deutschland besiegte Polen mit 1:0 in der Nachspielzeit! Dieses Spiel verfolgten wir mit einem Multi-Kulti-Haufen von ca. 500 Leuten auf einer Großbild-Leinwand auf der Festung von Oslo inklusive Hammerausblick auf den Hafen! Herrlich! - der Ausblick und das Spiel! ;-)

Sascha und Sven feiern den 1-0-Sieg
Sascha und Sven feiern den 1-0-Sieg


Um 18:00 Uhr machten sich auch Rolf, seine Frau Martina und Jens (ich) auf den Weg von Hannover nach Oslo. Nach problemloser Anreise zum Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel mit dem Auto, starteten wir um 21:55 Uhr mit der Maschine von "Norwegian.no" in Richtung Oslo. Besonders beeindruckend war bei tollem Wetter der Flug über Skagen (nördlichster Punkt von Dänemark), wo Nord- und Ostsee zusammentreffen.

Nach nur 1 Std. landeten wir bereits in Oslo-Gardermoen. Während Rolf und Martina direkt mit der Flughafen-Bahn nach Oslo fuhren und dort bis Freitag-Morgen bleiben sollten, bestieg Jens ein Taxi in Richtung Flughafen-Hotel (der Hotel-Shuttle-Bus fährt nur bis 23:00 Uhr). Hier bekam er bereits einen Vorgeschmack auf das teuerste Land der Welt (vor kurzem wurde der 1. Platz von Island übernommen): eine Taxi-Fahrt von 5 Min. und 7 km kostet im Nachttarif ca. 50 Euro! Das Hotel war dann immerhin okay...

5. Tag: 15.06.06 Donnerstag (Oslo-Tromsø)

Wetter: Oslo ca. 25 Grad (Sonne), Tromsø ca. 10 Grad (Regen, Nebel)

Um 12:30 trafen wir (Alexandra, Martina, Sascha, Sven und Jens) uns dann am Flughafen Oslo-Gardermoen zum Weiterflug nach Tromsø. Wieder mit "Norwegian.no" flogen wir um 14:20 Uhr los - für die ca. 1.800 km lange Strecke (Straße) braucht der Flieger nur ca. 2 Std. Mit dem Auto wäre man in die Eismeer-Metropole, die einige hundert Kilometer über dem Polarkreis liegt, mehrere Tage unterwegs.

In Tromsø - die Stadt hat gleich mehrere Superlative zu bieten, u.a. die nördlichste Universität und die nördlichste Bierbrauerei der Welt - erwartete uns dann Sturm, Regen und Nebel bei nur ca. 10 Grad. Was für ein Kontrast zu Oslo...; die (arktische) Landschaft wirkte trotzdem (oder gerade deshalb) grandios.

Tromsø-Brücke bei Regen und Nebel
Tromsø-Brücke (1.036 m) bei Regen und Nebel

Mit dem Flughafen-Bus fuhren wir zunächst in Richtung Zentrum, um uns im Touristbüro am Hafen über die Umgebung und die Weiterfahrt zum Campingplatz zu informieren. Mit einem Sammeltaxi fuhren wir schließlich über die große Tromsø-Brücke zum Campingplatz nach Tromsdalen. Hier übernahmen wir die beiden vor-reservierten "Luxus-Hütten" für jeweils 4 Personen mit Küche, Toilette und Dusche. Der Campingplatz liegt sehr naturschön an einem Bach und mit Sicht auf dem Aussichtsberg Storsteinen (420 m), auf den man mit einer Seilbahn fahren kann (was wir später auch gemacht haben).

Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt und uns etwas ausgeruht hatten, fuhren wir mit dem Bus, der in der Nähe des Camping-Platzes abfährt, zurück nach Tromsø-City, dessen überschaubarer Stadtkern auf der Insel Tromsøya liegt. Nach einem Einkauf im Supermarkt, gingen wir in "Peppe's Pizzeria" essen. Hier gibt es wohl die größten Pizzen der Welt - wahrscheinlich aber auch die Teuersten (ca. 25 Euro). Lecker war es auf jeden Fall und gemütlich in dem Restaurant, ganz aus Holz, am Hafen sowieso.

Gegen 21:30 Uhr machten wir uns, im Regen, auf den Weg zurück zum Campingplatz. Hierbei mussten wir erstmalig die große Tromsø-Brücke (1.036 m lang) zu Fuß überqueren (verbindet die Insel Tromsøya mit Tromsdalen) - ein erster Vorgeschmack auf den anstehenden Marathon, müssen die Marathonis die Brücke doch gleich 2 x überqueren. Wie gut, wenn man nur einen Halbmarathon läuft ;-). Vorbei an der imposanten Eismeerkathedrale erreichten wir nach ca. 30 Min. unseren Campingplatz. Hier tranken wir noch gemeinsam ein Bier und schliefen dann gegen 23:30 Uhr bei völliger Helligkeit (!) ein - in Tromsø scheint von Mai bis Juli für insgesamt 9 Wochen nämlich die Mitternachtssonne.

6. Tag: 16.06.06 Freitag (Tromsø)

Wetter: ca. 12 Grad (bedeckt, etwas Regen)

Wir bestellten uns im Restaurant des Campingplatzes um 09:00 Uhr das Frühstück vom Buffet - für die knapp 10 Euro wurde aber nur sehr wenig geboten und wir waren enttäuscht. Ab dem nächsten Tag wollten wir dann lieber selber Frühstück in unserer Hütte machen.

Die Lauftreff-Hannover.de-Hütten Nr. 46 und 47
Die Lauftreff-Hannover.de-Hütten Nr. 46 und 47

Das Wetter wurde jetzt deutlich besser. Gegen 11:00 Uhr machten wir uns auf den Fußmarsch in die City. Der Aussichtsberg Storsteinen (420 m), an dessem Fuß der Campingplatz liegt, war jetzt erstmalig richtig sichtbar.

Tromsdalen-Camping mit Blick auf den Storsteinen (420 m)
Tromsdalen-Camping mit Blick auf den Storsteinen (420 m)

Wir besichtigten zunächst die Innenstadt von Tromsø (mit der Hauptstraße Storgata), in der noch viele alte ursprüngliche Holzhäuser stehen. Tromsø war eine der wenigen Nord-Norwegischen Städte, die nicht durch die Nazis zerstört wurde. In dem in der Grönnegata gelegenen "Kulturhuset" organisierten wir uns dann gegen Mittag unsere Start-Unterlagen für den morgigen Lauf. Hier war alles sehr gut organisiert und die Abholung klappte reibungslos.

Danach gingen wir weiter zum SAS-Radisson-Hotel - hier sollte am Abend um 20:00 Uhr das große "Marathon-Buffett" mit vielen Tromsø-Spezialitäten stattfinden. Für ca. 30 Euro / Person meldeten wir uns alle an. Nach einem Einkauf im Supermarkt (u. a. das Frühstück für morgen) und einen Abstecher am Hafen vorbei, gingen wir zurück zum Campingplatz.

Eismeer-Kathedrale und Brücke vom Hafen aus
Eismeer-Kathedrale und Brücke vom Hafen aus

Um 14:00 Uhr kamen wir wieder auf dem Campingplatz an und aßen wenig später Kuchen und Kekse und tranken Kaffee. Danach ruhten wir uns ein wenig von den Strapazen aus... Gegen 17:00 Uhr kamen dann auch die Nachzügler Rolf und seine Frau Martina aus Oslo auf dem Campingplatz an. Geplant war auch die Anreise von Hajo aus Marburg - leider setzte ihn ein Hexenschuss kurzfristig "ausser Gefecht". Hajo, wir sehen uns am 14.07.06 in Marburg!!!

Jens machte sich dann schon früh auf den Weg in die Stadt und besichtigte das Stadion des nördlichsten Fußball-Erstligisten der Welt und letztjährigen UEFA-Pokal-Teilnehmers, Tromsø IL.

Um 19:45 Uhr trafen wir uns dann alle vor dem SAS-Radisson-Hotel. Auf uns wartete ein traumhaftes und absolut üppiges Buffet - Lachs (warm und kalt), wie wir ihn nie zuvor gegessen haben, Pfeffer-Makrele, viele Salate, Fleisch, leckere Desserts und und und... Wir aßen, bis wir fast platzten. Da kam der 30-Minuten-Fußmarsch gegen 22:30 Uhr zurück zum Campingplatz gerade recht. Nach dem obligatorischen "Gute-Nacht-Bier" schliefen wir sehr gut...

7. Tag: 17.06.06 Samstag (Tromsø)

Wetter: ca. 13 Grad (bedeckt, später sonnig)

Unser erstes selbst gemachtes Frühstück war viel leckerer und reichhaltiger als das Campingplatz-Buffet. Eine gute Grundlage für den heute anstehenden Wettkampf.

Wir hatten uns vorgenommen, heute nicht mehr allzu viel zu gehen - weil das Wetter und die Sicht aber recht gut waren, entschlossen wir uns spontan mit der Seilbahn auf den Aussichtsberg Storsteinen (420 m) zu fahren. Alex und Jens gingen direkt zur Seilbahn, während Sven, Martina und Sascha in der Stadt zunächst noch Gesichtsfarbe für die "Marathon-Bemahlung" organisierten und später nachkamen. Rolf und Martina blieben in der Stadt und machten einen Museums-Tour.

Für 85 NOK (ca. 11 Euro) fuhren Alex und ich also auf den Berg - die Sicht war, sogar bei etwas Sonne, gigantisch... (weiteres Foto siehe oben).

Blick auf Tromsø vom Aussichtsberg Storsteinen (420 m)
Blick auf Tromsø vom Aussichtsberg Storsteinen (420 m)

Wir gingen einen kleinen Rundwanderweg und warteten dann im Cafe (mit traumhafem Blick auf Tromsø) bei einer heissen Schokolade auf die Nachzügler.

Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder zurück auf den Campingplatz und aßen um 15:30 Uhr die vor dem Lauf so wichtigen Nudeln. Bis um 18:00 Uhr war dann schlafen angesagt..., danach machten wir uns startklar und fuhren mit dem Bus in die City zum Marathon-Start. Während die Marathon-Läufer (Sascha, Alex, Sven und Martina) um 20:30 Uhr starteten (zusammen mit ca. 300 weiteren StarterInnen), mussten Rolf und Jens bis um 22:30 Uhr warten (Halb-Marathon-Start).

Die Marathon-Starter Sven, Martina, Alex und Sascha (v. l.)
Die Marathon-Starter Sven, Martina, Alex und Sascha (v. l.)

Unsere 4 Marathon-Starter wurden vor dem Start sogar von der einheimischen Presse interviewt - in der Montags-Ausgabe der Zeitung "Nordlys" (Nordlicht) wurde aus Sascha dann Heiko und aus Sven wurde Sven Philipp; zudem wurden die Beiden mit 37 und 47 Jahren auch deutlich älter gemacht - wahrscheinlich schon im Vorgriff auf ihr Aussehen im Ziel nach dem Marathon-Lauf ;-).

Sven Sascha

Insgesamt starteten 2.284 TeilnehmerInnen (300 mehr als im Vorjahr) auf der Marathon-, der Halbmarathon-, der 10 km- und der Mini-Marathon-Strecke. LäuferInnen aus 33 verschiedenen Nationen waren am Start - darunter u. a. aus den USA, Brasilien, Neuseeland, Japan (eine Läuferin mit Kamera!), Australien und Ägypten (der ägyptische Marathon-Meister brach auf der Zielgeraden, auf Platz 2 liegend, mit Kreislauf-Problemen zusammen).

Marathon-Start um 20:30 Uhr
Marathon-Start um 20:30 Uhr

Rolf und Jens vertrieben sich die Zeit im warmen "Kulturhuset" und folgten dem Marathon live im Lokal-Fernsehen. Um 22:30 Uhr gingen auch sie - zusammen mit ebenfalls ca. 300 weiteren StarterInnen - an den Start.

Die Strecke: die Marathon-Läufer laufen zunächst über die Tromsø-Brücke (Höhenprofil 50 m) auf das Festland nach Tromsdalen und von dort nach rechts immer am Wasser entlang. An einer Wendemarke läuft man diesselbe Strecke zurück, an der Brücke zunächst vorbei (kleiner Abstecher) und dann über die Brücke zurück auf die Insel Tromsøya. Ab hier ist die Strecke identisch mit der Halb-Marathonstrecke - in Küstennähe geht es stets auf Asphalt bis zu einer erneuten Wendemarke am Flughafen und zurück nach Tromsø. Das Streckenprofil ist durchaus als wellig zu bezeichnen (s. Streckenprofil oben). Herausragend ist sicherlich die zweimalige Überquerung der 1.036 m langen Brücke. Jeder Kilometer ist gekenntzeichnet, wobei rückwärts gezählt wird. Eine elektronische Zwischenzeit-Messung gibt es nicht - Start- und Zielzeit werden vom Veranstalter manuell gestoppt.

Die Versorgung: alle 3 km gibt es Getränke (Wasser und ISO); in größeren Kilometer-Abständen auch Bananen. Alles in allem eine ausreichende Versorgung, wenn auch nicht herausragend. Im Ziel gab es ein belegtes Brot für jeden und, neben den bekannten ISO-Getränken, auch Bier (alkoholfrei wohlgemerkt ;-)!).

Die Stimmung: von wegen reservierte Norweger... - die Strecke war gesäumt von begeisterten, herzlichen und kontaktfreudigen Zuschauern (überwiegend in Stadtnähe - ausserhalb war es deutlich weniger), die sich teilweise anhand der Starter-Liste den jeweiligen Namen des Läufers heraussuchten und diesen anfeuerten. Es gab sogar Zuschauer, die mit ihrem Auto (keine generelle Straßensperrungen!) oder Fahrrad an mehreren Stellen der Strecke zuschauten. Auffällig waren auch die vielen begeisterten Kinder, die "abgeklatscht" werden wollten... Beim Zieleinlauf in der Storgata war "die Hölle los"; auch Rolf's Martina feuerte uns dort an. Im Ziel sprach mich noch ein älterer Norwegern an, der sagte, er sei der norwegische Weihnachtsmann, der immer in der VOX-Werbung zu sehen sei. Da bin ich ja mal gespannt...

Alles in allem ein unglaublich toller und faszinierender Lauf in gigantischer Landschaft und klarer Polar-Luft! Für mich persönlich bisher mein schönster Lauf... - unbedingt zu empfehlen!!!

Auch unsere Zeiten waren in Anbetracht der ungewohnten Start-Zeit und des welligen Profils beachtenswert - herausgehoben werden soll hier allerdings Alexandra, die erstmalig unter 5 Std. lief! Auch Sven lief mit 03:15:24 Std. im Vorderfeld des Marathons mit.

Tromsø
Tromsø "bei Nacht" um 01:30 Uhr (Mitternachtssonne)

Nach dem Lauf fuhren wir mit dem Taxi zurück zum Campingplatz um kamen erst gegen 03:30 Uhr ins Bett.

8. Tag: 18.06.06 Sonntag (Tromsø - Skjervøy)

Wetter: ca. 12 Grad (bedeckt, etwas Regen, später sonnig)

Heute morgen fiel uns alles etwas schwerer...

Gegen 11:00 Uhr frühstückten wir gemütlich und machten uns dann (sehr langsam) auf den Weg zu Fuß in die City. Das tat den müden Knochen sehr gut... Im "Kulturhuset" schauten wir uns unsere Resultate auf den ausgehängten Ergebnislisten an und aßen wenig später ein großes Eis. Unser nächster Weg führten uns dann ins Touristbüro - als besonderes (Abschluß-)Highlight hatten wir eine 4-Std.-Busfahrt in Richtung nord-west nach Skjervøy und die Rückfahrt nach Tromsø mit der weltberühmten Hurtigruten-Linie geplant. Für ca. 60 Euro/Person meldeten wir uns an. Weil die Fahrt aber erst um 16:00 Uhr starten sollte, aßen wir bei "Peppe's Pizzeria" noch eine riesengroße Pizza.

Um 15:30 Uhr bestiegen wir dann den Bus, der auch komplett voll wurde (es musste sogar ein zweiter Bus fahren). Die 4-Std.-Busfahrt wurde durch 2 Fährüberfahrten (angenehm) unterbrochen. Leider war das Wetter nicht mehr so gut wie gestern und wir mussten die meiste Zeit unter Deck verbringen. Besonders beeindruckend waren die Blicke auf die bis zu 2000 m hohen "Lyngsalpen". Gegen 19:45 Uhr erreichten wir Skjervøy, wo bereits das südwärts gehende (kam von Kirkenes über das Nordkap nach Skjervøy und fährt weiter bis nach Bergen) Hurtigruten-Schiff "Polarlys" (Polarlicht) auf uns wartete. Pünktlich um 20:00 Uhr legte das Schiff ab...

Fahrt mit der Hurtigrute von Skjervøy nach Tromsø I
Fahrt mit der Hurtigrute von Skjervøy nach Tromsø I

Die Fahrt durch die gewaltige Landschaft beeindruckte uns sehr - oft wusste man gar nicht, wo man zuerst hinblicken sollte. Das Wetter wurde jetzt auch besser, so dass wir einige Zeit an Deck des Schiffes waren und fleißig fotografierten.

Fahrt mit der Hurtigrute von Skjervøy nach Tromsø II
Fahrt mit der Hurtigrute von Skjervøy nach Tromsø II

Das Schiff verbreitete eine angenehme Atmosphäre, auch wenn wir den Alters-Durchschnitt an Bord erheblich nach unten drückten ;-). Positiv überrascht haben uns die, für Norwegen, moderaten Preise für Essen und Getränke an Bord. Dafür ist die eigentliche Kreuzfahrt in ganzer Länge in der entsprechenden gehobenen Kabinen-Kategorie aber horrend teuer...

Begegnung mit dem gen Norden fahrenden Schiff
Begegnung mit dem gen Norden fahrenden Hurtigruten-Schiff

Diese Schiffahrt war für uns ein unvergessliches Erlebnis - die Einfahrt nach Tromsø (unter der Tromsø-Brücke hindurch) verfolgten wir direkt draußen unter der Schiffs-Brücke. Jetzt, gegen 23:30 Uhr, war es allerdings sehr kalt...

Beeindruckende Gebirgs-Landschaften im Meer
Beeindruckende Gebirgs-Landschaften im Meer

In Tromsø angelegt, nahmen wir uns sofort ein Taxi (ist generell mit 4 Personen nicht teurer als der Bus) zum Camping-Platz. Dort gab es "Reste-Trinken".

9. Tag: 19.06.06 Montag (Tromsø - Oslo - Hamburg - Hannover)

Wetter: ca. 11 Grad (bedeckt, etwas Regen)

Heute hieß es leider Abschied nehmen aus Tromsø. Das Wetter machte uns den Abschied aber etwas leichter (Regen, Nebel).

Das Taxi brachte uns zum Flughafen, wo wir um 11:55 Uhr mit "Norwegian.no" nach Oslo-Gardermoen flogen. Hier mussten wir dann von 14:00 bis 20:00 Uhr (geplant) rumsitzen. Um 20:00 Uhr flogen wir nach Hamburg weiter, wo wir bei der Ankunft um 22:00 Uhr dann schnellstens unsere Autos bestiegen und in Rekord-Zeit Hannover erreichten.

Eine tolle Reise hatte damit seinen Abschluß gefunden - nächstes Jahr fliegen wir zum Marathon nach Reykjavik / Island :-)!